Atma Pöschl

Atma Pöschl

Find your true weakness and surrender to it.
Moshè Feldenkrais

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Berührung und Behinderung

Menschen mit Behinderung fehlt liebevolle Berührung oft von Geburt an. Dieses Abwerten von allem Körperlichen und Sexuellen kann von Verwirrung über (Auto)Aggression bis hin zur Depression führen. Statt wirklich zu unterstützen, werden oft nur Medikamente verabreicht.

Menschen mit einer Körperbehinderung wird Sexualität oft abgesprochen: Ihr Körper wird als zu wenig attraktiv eingestuft. Er wird häufig nur im Zusammenhang mit Operationen und Therapien wahrgenommen; viele Menschen sind durch das lieb- und distanzlose Hantieren mit ihrem Körper durch medizinisches Fachpersonal auch traumatisiert. Für Frauen und Männer mit körperlicher Behinderung kann sexuell absichtslose Berührung eine Möglichkeit sein, die individuelle Schönheit ihres Körpers spürbar zu machen und ihre sexuelle Identität zu stärken.
 

Feedback:

"Mir hat unsere Stunde sehr gut getan. Als ich raus bin, hatte ich das Gefühl, als wäre irgendwas in bzw. um meinem Körper freier geworden, als hätte sich etwas lösen können. So freue ich mich schon wieder auf den Raum, auf dich und bin neugierig, was mir mein Körper sagt! Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich das Gefühl, dass mein Körper im Mittelpunkt steht, nicht der Verstand."
Ronja, 42 J., Sekretärin

"Es gibt viele Menschen, die meinen: ‚Für ein bisschen Berührung zahle ich doch nicht so viel Geld’, oder: ‚Dadurch mache ich mich als Behinderter nur abhängig.’ Ich sehe das anders: Deine Berührung bedeutet Entwicklung zu mir selbst, zu meinen Möglichkeiten und zu dem, was ich vorher noch nicht spürte.
Aufgrund meiner Körperbehinderung bekam ich bestimmte Denkmuster eingeprägt. Einen Teil davon darf ich übernehmen, den anderen ändern. So kam ich zu dir. Du hast mich auf der einen Seite gefordert, auf der anderen Seite gefördert, mir die volle Gefühlspalette vor Augen geführt, mich an meinen persönlichen Abgrund geführt und sicher wieder raufgeholt, zum Weinen und Lachen gebracht.
Mit deiner Hilfe kann ich hinter Mauern schauen, die ich zu meinem Schutz aufgebaut habe. Du hast mir geholfen, mein Innerstes nach Außen zu kehren, mich mit mir zu versöhnen und weiter zu wachsen."

Manfred, 43 J., Webmaster


Menschen mit einer geistigen Behinderung werden körperlich erwachsen, bleiben geistig aber auf einer mehr oder weniger kindlichen Entwicklungsstufe stehen. Sie werden von Bezugspersonen oft nicht als erwachsene, sexuelle Wesen wahrgenommen, sondern lebenslang wie Kinder behandelt. Dieses Abwerten von allem Sexuellen kann von Verwirrung und Gespaltensein (über das was sie ja auch fühlen) über (Auto)Aggression bis hin zur Depression führen. Sexuell absichtslose Berührung ist für Frauen und Männern mit geistiger Behinderung oft die einzige Möglichkeit, ihren Körper überhaupt zu begreifen, oder das was sie an Aufklärung gehört haben, auf sich selber zu übertragen.

Für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ist es oft ein Schlüsselerlebnis, für Momente in die Entspannung und Stille zu tauchen und dort gehalten zu sein. Männern und Frauen, die durch Unfall oder Krankheit eine Behinderung haben, ermöglicht Berührung ein Neuentdecken ihres Körpers und der Sexualität.

Du bist in meinen Gruppen, Seminaren und Einzelsitzungen willkommen. Spricht dich mein Angebot an, aber du kommst aus Zürich? Dann empfehle ich meine Kollegin Marlise Santiago.

Du wünschst dir Geschlechtsverkehr?

Mit diesem Wunsch bist du woanders besser aufgehoben. Ich kann deinen Wunsch verstehen: Vielleicht fällt es dir aus körperlichen Gründen schwer, selbst Intimität herzustellen, vielleicht hast du liebevolle Berührung als Kind vermisst, vielleicht weil Bilder von Behinderung und Sexualität in unserer Gesellschaft gar nicht existieren. Auch der regelmäßige Konsum von Internetpornografie stumpft ab und verhindert Kontakt. In Österreich bietet Libida (www.libida-sexualbegleitung.at) vertrauliche Hilfe bei der Umsetzung deines Wunsches.

Zum Thema Prostitution

Ich bin überzeugt, es wird Prostitution geben, solange der Kapitalismus und die Ehe als Institution existieren. Ich möchte mich an diesem System der (Ohn)Macht nicht beteiligen, auch nicht darüber diskutieren, wer in punkto gesellschaftlicher Wertschätzung den Kürzeren zieht.

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