Atma Pöschl

Atma Pöschl

Das Glück besteht darin, zu leben wie alle Welt und doch wie kein anderer zu sein.
Simone de Beauvoir

Quickinfo Presse

Atma Pöschl

Mag. Atma Pöschl (geb. 1970) studierte an der University of California Los Angeles prozessorientierte Körperarbeit und Intime Heilmassage. Sie arbeitet als Coach für Körpersensibilisierung in Wien. Berührung bedeutet für Atma immer auch emotionale Berührung, wirklich gefühlten Kontakt, der Freude macht: Ihr spezielles Interesse gilt der heilsamen Arbeit mit Berührung und allen Gefühlen, die dabei auftauchen können. Ihre Einzelarbeit, fortlaufenden Gruppen und Seminare sind Lehrstunden, in denen der Körper als Tür zur Lust, zur Selbsterkenntnis und zur Stille erfahren werden kann. Atma begleitet Genießer_innen - auch Menschen mit Gewalterfahrung und ohne Berührungserfahrungen - zu einer auf allen Ebenen befriedigenden Sexualität. Sie schätzt den Mut, neue Wege in Körperarbeit, Therapie und Medizin zu gehen und leitet in Wien seit 2011 ihr eigenes Institut. Info: www.institut-atma.at.

Arbeitsschwerpunkte

Nachnähren durch Berührung

Berührung ist der Anfang unserer Erfahrungen mit dem Leben: Sie nährt uns als Baby, vermittelt Vertrauen in uns selbst und andere. Wir alle haben als Kind aber auch schmerzhafte Erfahrungen mit Berührung gemacht, haben Berührung vermisst oder mussten sie erleiden, haben uns geschützt und zurückgezogen. Und manchmal meidet das Kind in uns immer noch die Nähe und Intimität, nach der wir uns als Erwachsene sehnen.

Befriedigende erwachsene Sexualität entwickelt sich aus der liebevollen Zuwendung, die wir als Kind bekommen haben. Der zweite braucht diesen ersten Schritt, und Hirnforscher haben herausgefunden, dass es dabei keine Rolle spielt, ob liebevoll nährende Berührung in der frühen Kindheit erlebt wurde oder später: Erlebt ist erlebt.

Als Coach für Körpersensibilisierung liegt mir ein Nachnähren durch Berührung besonders am Herzen. Nährende Berührung, wie ich sie in Seminaren und meiner Einzelarbeit anleite und behutsam begleite, kann zur starken Basis für eine befriedigende erwachsene Sexualität werden, denn diese braucht die Fähigkeit, Berührung aus ganzem Herzen zu genießen, um sie im zweiten (nicht weniger wichtigen) Schritt auch aus ganzem Herzen zu verschenken.

Prozessbegleitende Traumaarbeit

Traumata sind nicht nur Nachwirkungen von Naturkatastrophen oder Kriegen. Auch ganz alltägliche Erlebnisse können für Menschen traumatisierend sein: medizinische Eingriffe, verschiedenste (von außen harmlos scheinende) Kindheitserlebnisse, Geburten, Sexualisierungssituationen oder Gewalterfahrungen.

Ein Trauma ist der Schutzreflex des Körpers in einer bedrohlichen Situation: Wir blockieren unerträgliche Gefühle, indem wir den Atem anhalten und die Muskeln anspannen. Löst sich dieser Schutzreflex nicht, entstehen Beschwerden auf körperlicher und psychischer Ebene wie Ängste, Schlaflosigkeit, Depressionen, chronische Schmerzen, Herzleiden und Essstörungen. Ein tiefes Gefühl der Entfremdung kann die Folge sein: Wir fühlen uns weder im Kontakt mit uns selbst, noch im Umgang mit unserer Umgebung jemals völlig wohl. Zudem können eingefrorene Gefühle bei körperlicher Nähe und Berührung jederzeit wieder an die Oberfläche steigen. Das überfordert auch liebende Partner_innen.

Als Coach für Körpersensibilisierung gilt mein Interesse der heilsamen Arbeit mit Berührung und allen Gefühlen, die dabei auftauchen können. Ich biete berührenden Schutz an und damit die Möglichkeit, Grenzen im Hier und Jetzt erneut zu ziehen. So kann im Nach-Erleben das erfahren werden, was damals notwendig gewesen wäre, damit eine Begebenheit nicht traumatisierend geworden wäre. Es ist dabei weder notwendig noch sinnvoll, ein Trauma erneut zu erleben. Achtsame, sexuell absichtslose Berührung kann traumatische Gewebe- und Gefühlserstarrungen lösen und verlorenes Empfinden wecken. Traumata zählen zu den wichtigsten Kräften menschlicher Entwicklung, und ein bewusster Umgang damit kann unsere Lebensqualität entscheidend beeinflussen.

Zur Arbeit mit Traumata zählt das Themengebiet "Borderline in Beziehung und Partnerschaft". Beratung und Begleitung von Partner_innen von Boderline-Persönlichkeiten stellt einen weiteren Schwerpunkt meiner Arbeit dar.

Wutarbeit

Wenn Gewalterfahrungen aufgearbeitet werden, ist Wut ein wichtiges Thema. Sie sitzt in unseren Genitalien, im Kiefer und Sitzbereich, Magen und Darm. Blockaden sind oft nichts anderes als geschluckte, unverdaute Wut. In unserer Kultur fällt es Frauen besonders schwer, ihre Wut auszudrücken: Wir dürfen Angst haben, weinen und traurig sein, aber so richtig zornig sein?! Oh Gott, ist das hysterisch, voll peinlich. Wut ist für uns alle ein Tabu.

Grundlage sogenannter sexueller Funktionsstörungen wie Anorgasmie, vorzeitiger oder retrograder Ejakulation oder Vaginismus ist nie die bewusste, immer die verdrängte Aggression: Beziehungen sind 'out of balance', wenn Aggression dominant ist, aber auch, wenn die Wutkraft völlig fehlt. Hier ist es gut zu erkennen, dass es nicht d'rum geht, mehr Jasagen zu üben, sondern mal aus ganzem Herzen (und nicht aus dem Kopf) 'Nein' zu sagen. Können wir ehrlich 'Nein' sagen, können wir auch mit Lust in jeder Pore 'Ja' sagen. Ein's braucht das andere.

Es gibt diese spannende Verbindung zwischen Wut und Sexualität, und es lohnt sich, eine freundschaftliche Beziehung zu unserer Wut zu pflegen. Als Coach für Körpersensibilisierung biete ich einen sicheren Raum, wo Wut Platz hat und auch mal gefeiert werden kann. Dabei arbeite ich mit Werkzeugen aus IBP, Aufstellungsarbeit und BDSM. Auf der Suche nach authentischem Selbstausdruck habe ich neben anderen Tools auch BDSM als bewussten Container positiver Wutkraft gefunden, das viele Male hinterfragt und ein wunderbares Tool gewonnen, Menschen in ihre Kraft zu begleiten. Wenn es um das Verkörpern positiver Wutkraft geht hat BDSM spannendes Potenzial, wenn wir es zu nutzen wissen.

Erfolg (auf zwischenmenschlicher und beruflicher Ebene) braucht positiv verkörperte Wutkraft. Beratung und Begleitung rund um die Themen Geld, Macht und Erfolg sowie Kontaktangst ist ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit.

BDSM als heilsame Berührung

BDSM steht für die Begriffe „Bondage & Disziplin, Dominanz & Submission, Sadismus & Masochismus“. Es kann eine von vielen Möglichkeiten tiefer Berührung sein und umfasst ein breites Spektrum unterschiedlicher Sinnesreize, Körperempfindungen und Gefühle. Viele von uns differenzieren zwischen heiligem hellem und abartigem dunklem Sex, was unnötig und destruktiv ist: Heilig kommt von heil und meint ganz.

Als Coach für Körpersensibilisierung gilt mein Interesse der heilsamen Arbeit mit Berührung und allen Gefühlen, die dabei auftauchen können. Mich interessiert BDSM weder als Identität noch als Maske, hinter der Menschen sich verstecken. BDSM birgt spannendes Potenzial für persönliche Entwicklung und gemeinsames Wachstum, wenn wir es zu nutzen wissen.

Eines ist jedenfalls klar: Jede Berührung - vom Streicheln bis zum Schlagen - kann tief berühren und verletzen. Wir alle wissen das, denn unser Körper speichert sogenannte negative Erinnerungen und wird dadurch hart, taub und gefühllos: Bei körperlicher Nähe und Berührung können diese eingefrorenen Gefühle wieder an die Oberfläche steigen, wir wollen ja frei, lebendig und im Fluss sein! Passiert das in einem sicheren, bewussten Rahmen und liebevollem Kontakt mit uns selbst, bedeutet es Heilung: mit all unseren Gefühlen ganz wir selbst sein.

Apropos: Scham, Schuld, Angst und Wut sind auch Gefühle einer Gesellschaft, die den Schmerz am Kreuz vergöttert, Sexualität und die Aggression als Lebenskraft hingegen verteufelt. Auch diese Gefühle wollen fließen. Erfüllende Sexualität ist kein Synonym für Harmonie, sondern authentischer Selbstausdruck im intimen Kontakt. So spielen wir mit Hingabe und Verletzlichkeit, sexueller Lust und Unlust, Traurigkeit, Angst, Scham und allen Nuancen der ganzen bunten Gefühlspalette ... was auch immer da ist, ist gut.

Zum Thema BDSM biete ich beratende Begleitung und Selbsterfahrungsseminare an. Einzelne Elemente davon integriere ich in die Gefühls- und Körperarbeit.