„Der Körper ist das Tor zur Lust, zur Selbsterkenntnis und zur Stille. Fühlen heißt zuhause sein.“
Atma Pöschl / Was ich in der Welt bewirken möchte
Meine Vision, mein Weg
Meine politische Haltung
Als Coach für Körpersensibilisierung arbeite ich traumasensitiv, bindungs- und körperorientiert zu den Themen erfüllende Nähe und Distanz. Mein Job konfrontiert mich mit den Folgen emotionaler, körperlicher und sexueller Gewalt, Auswirkungen einer Gesellschaft die vergessen hat, was Intimität wirklich bedeutet. Hier beschreibe ich meine Vision, die mich (heute noch genauso wie vor 20 Jahren) motiviert, meine Arbeit zu machen.
Disclaimer:
Ich bin weder Psychotherapeutin, noch Tantralehrerin.
Meine Vision
Frieden finden in uns selbst
Aggression und Sexualität sind unsere stärkste Lebenskraft: Nur wer klar Nein sagt, kann aus ganzem Herzen Ja sagen. Im Besitz unserer Kraft wissen wir um unseren Wert und tun anderen keine Gewalt an, müssen weder erniedrigen (weil wir uns mickrig fühlen), noch zu anderen aufblicken (weil wir uns mickrig fühlen), und haben erkannt: Echte Kraft erfordert Verletzlichkeit, nicht Härte.
„Find your true weakness and surrender to it,“ in Moshé Feldenkrais‘ Worten liegt Weisheit: „Therein lies the path to genius. Most people spend their lives using their strengths to overcome or cover up their weaknesses. Those few who use their strengths to incorporate their weaknesses, those people who don’t divide themselves, those people are very rare. In any generation there are a few, they lead their generation.“
Frieden beginnt im Körper, nicht im Kopf
Eine Hauptfolge von Trauma ist der Mangel an Verbundenheit mit uns selbst, anderen Menschen, dem Leben und der Welt. Trauma zu überwinden bedeutet, zurück in unsere Verbundenheit zu finden (oder sie zum ersten Mal zu entdecken). Menschen, die sich einander verbunden fühlen, erleben sich als eingebunden in etwas, das hält; geteilte Freude ist doppelte Freude, geteiltes Leid ist halbes Leid. Voraussetzung, um uns mit anderen verbunden zu fühlen, ist Verbindung zu uns selbst.
Machen wir uns auf den Weg in unsere Kraft – zu uns selbst – wird uns auf diesem Weg auch das begegnen, was zwischen uns und unserer Kraft steht! Unsere Gefühle zu fühlen, statt zu verdrängen und zu kompensieren, das ist Traumaintegration. Als Coach für Körpersensibilisierung schaffe ich sichere Räume für diesen bewussten Kontakt mit allen Gefühlen.
Die Welt verändern
Wie ungelöstes Trauma agiert, wird in unserer Welt schmerzhaft sichtbar. Bewusste Arbeit am Verstehen und Lösen unserer Verletzungen hat den Status einer Priorität in unserem Leben verdient: Es hat die Macht, die Welt zu verändern. Dazu brauchen wir als wichtigen Verbündeten unseren Körper:
Trauma-informierte Sexualität, wie ich sie lehre, anerkennt, dass unser Verhalten bei Nähe oft von Trauma geprägt ist. Der Fokus liegt auf Grenzen, Körper-Gewahrsein, und einer Neudefinition von Sexualität als langsame Annäherung (mit Nähe auch ohne sexuelle Handlungen). Vermeidungsverhalten wird respektiert und bewusst gemacht. Das kann Kontakt schaffen, wo er fehlt.
Mutig neue Wege gehen
Beim professionellen Begleiten von Menschen lohnt es (nicht weniger als in Paarbeziehungen), Wissen um trauma-informierte Sexualität mit an Bord zu haben: Als ein Tool von vielen, das Menschen am Weg in’s Spüren unterstützt. Mein Weg hierher war steinig, steil, teilweise lebensgefährlich: Ohne Markierungen. Ich bin den Weg gegangen, kenne Abkürzungen, ruhige Rastplätze und schöne Aussichtspunkte: In der Jahresfortbildung gebe ich mein tiefes Wissen und Können weiter.
Mein Weg
Freude am Denken und Spüren
Mein Weg als Coach für Körpersensibilisierung hat mich von der Uni Wien, Columbia University NY und UCLA über BDSM als Entwicklungspotenzial, Tantramassage als Werkzeug in’s Spüren und IBP als integrativem Arbeitsansatz zu meiner eigenen Methode ATMA Touch® geführt.
Als ich 2008 mit Tantramassagen begann, wurde mir rasch klar, dass Menschen, die professionelle Intimberührung (unter dem Deckmantel der Spiritualität) konsumieren, meist bloß fehlende Intimität mit sich selbst kompensieren. Das macht abhängig von bezahlter Berührung. Wird für Klient_innen teuer. Und hält ein überkommenes System von Ohn/Macht aufrecht, in dem Männer Frauen benutzen, um ihre Machtpositionen zu stärken, während Frauen gesellschaftlicher Wertschätzung verlustig gehen. Als Coach für Körpersensibilisierung ist mein Angebot Selbstermächtigung (nicht Abhängigkeit von bezahlter Berührung), tiefgehende Lösungen, langfristige Resultate.
Bewusste Arbeit mit Sexualität
In allen Tantramassageausbildungen, die ich 2007 bis 2010 absolvierte, war Trauma ein Fremdwort: Als Teilnehmerin ging es mir in keiner gut. Sich ratzfatz ausziehen, mit wildfremden Menschen intim massieren: Sicher nicht nur ich musste dort einen Anteil von mir abspalten, weil er nicht eingeladen wurde. Bereits 2008 drängte mich meine Mentorin Inge daher, mein eigenes traumasensibles Angebot zu entwickeln. Vorbilder (wie sehr hätte ich mir gewünscht, mich wo anlehnen und orientieren zu können) gab es keine: Meine Methode ATMA Touch® ist weder kopiert, noch angelesen, sondern erfahren, reflektiert, supervidiert und über 20 Jahre aus der tiefen Reflexion eigener professioneller Arbeit mit Sexualität entwickelt. Seit 2018 gebe ich mein tiefes Wissen in der Jahresfortbildung – dem Herzstück meiner Arbeit – weiter.
Tiefes Wissen und Können
Eine besonders wichtige Erkenntnis am Weg möchte ich teilen: 2011 bestärkte mich meine Supervisorin, BDSM als traumasensitives Tool in mein Angebot zu integrieren. Ich schwitzte vor Angst, als ich meinen ersten Newsletter versendete (der mein erstes Seminar bewarb, ein BDSM-Seminar): Ich hatte Angst, meinen Ruf zu verlieren. Tatsächlich folgten ein Shit-Storm (in dem ich zur Projektionsfläche unaufgearbeiteter Gewalterfahrung anderer wurde) und viele ausgebuchte Seminare. Was ich daraus gelernt habe: Unsere „Eigenart“ professionell zu verkörpern ist ein Geschenk an’s Kollektiv, das uns (gepaart mit der dazu nötigen Eloquenz und Intelligenz) Erfolg bringt. Nicht zuletzt bestärkt unsere professionelle „Eigenart“ Klient_innen auf ihrem eigenen Weg: Bei frühem Bindungstrauma (wo Eigenes nicht positiv, sondern als falsch, nutzlos, oder pathologisch gespiegelt wurde) ist das ganz besonders wertvoll.
Spüren als Kernkompetenz
Es gibt viele Dinge, die ich gut kann und im Rahmen meiner Arbeit anbieten könnte bzw. angeboten habe: Mein Können ist sehr breit gefächert. Als Projektor im Human Design liegt meine Kernkompetenz im Spüren. Heute ist die relevante Frage für mich längst nicht mehr: Was brauchen die anderen? Sondern: Was möchte ich anbieten? Was tut mir gut? Was brauche ich, um das langfristig gut machen zu können?
Positive Wutkraft im Zentrum meiner Arbeit
Meine Stärke ist das Begleiten und positive Spiegeln aller Gefühle, die im Kontakt und bei Berührung auftauchen: Un/Lust, Freude und Traurigkeit, Angst, Scham, Wut und alle Nuancen davon. Im Zentrum meiner bewussten Arbeit mit Sexualität steht positive Wutkraft als Voraussetzung langfristig erfüllender Nähe, Berührung, Intimität, Sexualität und Partnerschaft: Nur klare Nein‘s ermöglichen Ja‘s aus ganzem Herzen. Häufig arbeite ich mit Menschen mit frühem Bindungstrauma, emotionaler, körperlicher und/oder sexueller Gewalterfahrung, Profis der Medizin, Therapie, Körperarbeit, Einzelnen und Paaren, die sich ein besonders erfahrenes, klares und empathisches Gegenüber am Weg in’s Spüren wünschen.
Klar, empathisch, auf Augenhöhe
Maximal ein Viertel der Menschen, die bei mir Sitzungen buchen, wollen mit Massagen neue Spürerfahrungen machen: Meine Klient_innen sind meist bekleidet. Gearbeitet wird großteils ohne Berührung. Es ist wichtig, Klient_innen klar zu machen: Traumasensible Tantramassagen sind ein wertvolles Werkzeug am Weg in’s Spüren, aber das (gemeinsame) Erschaffen von Intimität lehren sie nicht. Ich bin in Kontakt mit meinen Gefühlen, du bist in Kontakt mit deinen Gefühlen: Wir zeigen uns damit einander – hier beginnt Intimität (nicht mit Nacktheit oder gar Intimberührung). Meine Integrität schenkt meinem Angebot Credibility – ich lasse mich nicht kaufen – und Menschen Vertrauen in meine Arbeit.
Supervidiert, selbstreflektiert, sicher
Ich kann meine Arbeit nur tun und mit ihr wachsen, weil ich mich reflektiert habe und immer wieder bereit bin, es zu tun: Mein entspannt professioneller Umgang mit Sexualität ist das Produkt vieler Jahre Aus- und Fortbildung, tief reflektierter Arbeit mit Sexualität, Supervision und Therapie. Nur wenn ich in Kontakt mit meinen eigenen Grenzen/Gefühlen bin, kann ich auch die Grenzen/Gefühle anderer Menschen wahrnehmen, wertschätzen und sicher begleiten. Zu meiner professionellen Kompetenz zählen große Klarheit und die Fähigkeit, Menschen auf Augenhöhe zu begegnen.
Meine politische Haltung
Hilfe und Gewalt ergeben ein Ganzes
In seinem „Badener Lehrstück vom Einverständnis“ beschreibt Bertolt Brecht eine Clownnummer, in der Menschen einem Menschen helfen: Herrn Schmitt, dem Riesenclown, wird von den zwei anderen Clowns mit äußerster Konsequenz Hilfe geleistet. Erst arschkriechend, dann in zunehmend gewalttätiger Weise. Und zwar so, dass ihm zuerst der eine Fuß abgesägt wird, der ihn schmerzt, dann der andere, dann das linke Ohr abgeschraubt, dann der linke Arm abgesägt, dann die obere Kopfhälfte, um die dummen Gedanken loszuwerden, dann der ganz Kopf herausgeschraubt. Zurück bleibt ein hilflos am Rücken liegender Rumpf, und Herr Schmitt bedankt sich herzlich für die Hilfe. „Also sollt ihr nicht Hilfe verlangen, sondern die Gewalt abschaffen“, forderte Brecht 1929. „Hilfe und Gewalt ergeben ein Ganzes. Und das Ganze muss verändert werden.“
Und das Ganze muss verändert werden
Als Coach für Körpersensibilisierung habe ich mit den Folgen emotionaler, körperlicher und sexueller Gewalt zu tun, Auswirkungen der Körper- und Sexfeindlichkeit unserer Gesellschaft. Dabei hat sexuelle Gewalt nichts mit dem Trieb einiger weniger zu tun und dem daraus resultierenden „Heilungsbedürfnis“ vieler anderer. Die Frage ist nicht: Wer ist gesund, rein, schmutzig oder gar krankt? Die Frage ist: Wie ist das Ganze beschaffen? Wer wird darin wie und von wem eingeübt? Die Sau rauslassen und Sexualität unterdrücken sind bloß zwei Seiten einer Kultur, die vergessen hat, was Berührung wirklich bedeutet.
So manche Religion erklärt Hilfsdürftigkeit zur gottgegebenen Wahrheit. In der katholischen Kirche produziert Sex „Schuld“: Die sogenannte „Erbsünde“ wird durch Geschlechtsverkehr fortgepflanzt. Das macht die Zugehörigkeit zu dieser Religion zwingend notwendig. Was wiederum zeigt, dass sich „alleinseligmachende“ Institutionen wie geschlossene Anstalten verhalten.
Bewusste Arbeit mit Sexualität als politisches Statement
Und doch bezeichnet das 1945 gefundene Philippusevangelium Maria Magdalena als Gefährtin Christi: „Der Erlöser liebte sie mehr als alle Jünger und küsste sie oft auf ihren Mund.“ Mein Angebot begreift sich als Teil einer Kultur, in der wir mit unseren Abgründen und Kraftquellen verbunden sind, unsere kollektiven Schmerzkörper geheilt und versöhnt haben, damit wir einander in Liebe auf einer neuen Ebene begegnen können. Meine bewusste Arbeit mit Sexualität begreift sich auch als politisches Statement.
Neue Wege gehen
Zum Wohle unserer Klient_innen
In Beziehung werden wir geboren, in Beziehung werden wir verletzt. Und in Beziehung heilen wir. Als Coach für Körpersensibilisierung arbeite ich traumasensitiv, bindungs- und körperorientiert zu den Themen erfüllende Nähe und Distanz. Mein Angebot sind neue positive Spür- und Beziehungserfahrungen im sicheren Rahmen. Ich bin weder Psychotherapeutin, noch Tantralehrerin
Grenzen und Gemeinsamkeiten als wertvoller Ausgangspunkt
Die Schublade „Tantra“ ist ein Klotz am Bein: Sie generiert Projektionen auf meine Arbeit, die nichts darüber aussagen, manchmal jedoch viel über das nicht gelebte Leben der Menschen, die Ihres auf mich projezieren. Der schlechte Ruf von Tantra ist leider berechtigt: Das Wort ist nicht qualitätsgeschützt, jeder Mist kann „Tantra“ heißen. Ich vermeide das Wort daher wo es geht. Aber ich brauche es leider zum Bewerben meiner Arbeit: Menschen am Weg in’s Spüren googeln – nicht nur, aber auch – „Tantra“.
Qualitätssicherung als Ziel
Die Schublade „Psychotherapie“ ist ein Klotz am Bein: Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (die Aufsichtsbehörde für das Österreichische Psychotherapiegesetz) hat mir seit 2015 dreimal vorgeworfen: „Sie spiegeln vor, Psychotherapeutin zu sein.“ Ich wünschte, man würde fragen: Was machen Sie? Wie kommen Sie zu dem tollen Resultat und Feedback? Wie geht das? Aus Interesse und Neugierde. Nicht aus Futterneid, Missgunst oder Langeweile.
Gerne gebe ich dem Bundesministerium Auskunft über den in Wien sehr bekannten Traumatherapeuten, der mich als Klientin vor Jahren angebraten hat, und der sich mit vielen anderen privat getroffen hat. Und über den Psychotherapeut und Uniprofessor, der im Rahmen von Einzelarbeit und des von ihm organisierten Ausbildungslehrganges Sex mit Klientinnen hat. Aber vermutlich interessiert das keinen. Die Projektionen anderer zwingen mich seit 20 Jahren, mich und mein Angebot zu reflektieren und weiterzuentwickeln: Ein hoher Qualitätsstandard ist das Resultat.
Vielfalt birgt die Kraft der Komplettierung
Kontakt
Institut ATMA – Sensibilisierung von Körper und Seele
Mag. Atma Pöschl
Hütteldorferstrasse 329/2/4
A-1140 Wien
UID: ATU 65403556
Mail: info (at) institut-atma.at
Web: www.institut-atma.at

