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„Hilfe und Gewalt ergeben ein Ganzes, und das Ganze muss verändert werden.“
Bert Brecht

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Hilfe und Gewalt

Hilfe und Gewalt ergeben ein Ganzes

In seinem „Badener Lehrstück vom Einverständnis“ beschreibt Bertolt Brecht eine Clownnummer, in der Menschen einem Menschen helfen: Herrn Schmitt, dem Riesenclown, wird von den zwei anderen Clowns mit äußerster Konsequenz Hilfe geleistet. Erst arschkriechend, dann in zunehmend gewalttätiger Weise. Und zwar so, dass ihm zuerst der eine Fuß abgesägt wird, der ihn schmerzt, dann der andere, dann das linke Ohr abgeschraubt, dann der linke Arm abgesägt, dann die obere Kopfhälfte, um die dummen Gedanken loszuwerden, dann der ganz Kopf herausgeschraubt. Zurück bleibt ein hilflos am Rücken liegender Rumpf, und Herr Schmitt bedankt sich herzlich für die Hilfe. „Also sollt ihr nicht Hilfe verlangen, sondern die Gewalt abschaffen“, forderte Brecht 1929. „Hilfe und Gewalt ergeben ein Ganzes. Und das Ganze muss verändert werden.“

Und das Ganze muss verändert werden

Als Coach für Körpersensibilisierung habe ich mit den Folgen emotionaler, körperlicher und sexueller Gewalt zu tun, Auswirkungen der Körper- und Sexfeindlichkeit unserer Gesellschaft. Dabei hat sexuelle Gewalt nichts mit dem Trieb einiger weniger zu tun und dem daraus resultierenden „Heilungsbedürfnis“ vieler anderer. Die Frage ist nicht: Wer ist gesund, rein, schmutzig oder gar krankt? Die Frage ist: Wie ist das Ganze beschaffen? Wer wird darin wie und von wem eingeübt? „Die Sau rauslassen“ und Sexualität unterdrücken sind für mich bloß zwei Seiten einer Kultur, die vergessen hat, was Berührung wirklich bedeutet.

In der katholischen Kirche produziert Sex „Schuld“. Die sogenannte „Erbsünde“ wird durch Geschlechtsverkehr fortgepflanzt: Das macht die Zugehörigkeit zu dieser Religion zwingend notwendig. Was wiederum zeigt, dass sich alleinseligmachende Institutionen wie geschlossene Anstalten verhalten. So manche Religion erklärt Hilfs- und Heilsbedürftigkeit zur gottgegebenen Wahrheit.

Die Wahrheit in uns selbst finden

„Der einzige religiöse Mensch ist der, der die Wahrheit sucht,“ spricht mir der indische Philosoph Jiddu Krishnamurti aus der Seele. „Wenn du erkennst, dass die Wahrheit etwas Lebendiges ist, das in Bewegung und in keiner Moschee oder Kirche zu finden ist, wirst du auch erkennen, dass dieses Lebendige du selbst bist: dein Ärger, deine Rohheit, deine Heftigkeit und deine Verzweiflung.“

Unsere Körper heilen und miteinander versöhnen

Mein Angebot begreift sich als Teil einer partnerschaftlichen Kultur, in der Männer und Frauen mit ihren Herzen, Abgründen und mit den Quellen ihrer Kraft verbunden sind, ihre kollektiven Schmerzkörper geheilt und miteinander versöhnt haben, damit wir uns in Liebe und auf einer neuen Ebene begegnen können.

Möchtest du weiter in das Thema einsteigen, empfehle ich meinen Fachartikel “Heilige Kommunion. Sexuelle Körper- und Bewusstseinsarbeit als wachstumsfördernde Intervention im Kontext der römisch-katholischen Kirche“ (Connection-Tantra 89/2011) in der Rubrik Publikationen.

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