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BDSM / Playing by Heart 2

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  • 17.04.2020 - 19.04.2020
    18:00

BDSM. Ein Wort. Ein Label. Eine Schublade.

Neugierde

„Es geht darum zu leben. Lebe deine Fragen. Vielleicht lebst du dann – allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages – in die Antwort hinein.“ (Rainer Maria Rilke)

BDSM steht für die Begriffe „Bondage & Disziplin, Dominanz & Submission, Sadismus & Masochismus“. Es kann eine von vielen Möglichkeiten tiefer Berührung sein und umfasst ein breites Spektrum unterschiedlicher Sinnesreize, Körperempfindungen und Gefühle. So manche_r verwechselt BDSM mit Gewalt. In Wahrheit passiert Gewalt, wenn wir unsere Gefühle nicht lieben und anderen Menschen um die Ohren schlagen. In vielen Familien ist das der Alltag. Im Gegensatz dazu kann BDSM lustvolles Spiel mit gleich starken Partner_inne_n sein, bewusster Austausch von Macht und intensiven Gefühlen.

Authentische Dominanz und Hingabe

Im Seminar erwartet dich eine Reise in’s Herz von BDSM: Neugieriges Erforschen innerer und äußerer Haltungen authentischer Dominanz und Hingabe, unterschiedlicher Sinnesreize, Körperempfindungen und Gefühle. Lerne, klar Nein zu sagen! Damit du aus ganzem Herzen Ja sagen kannst. Was du riskierst, ist eine Begegnung mit einem spannenden Menschen: Dir selbst.

Licht und Schatten

Du unterscheidest zwischen heiligem hellen und abartigem dunklen Sex? Diese Unterteilung ist unnötig und destruktiv. Heilig kommt von „heil“ und meint ganz. Erleuchtung erlangen wir nicht, indem wir das Licht imaginieren, sondern im Erforschen des Schattens.

Intimität in Kontakt mit allen Gefühlen

Jede Berührung kann tief berühren, verunsichern, Angst machen: Streicheln und Schlagen. Denn unser Körper speichert negative Erinnerungen, friert sie ein, und wird dadurch gefühllos. Bei körperlicher Nähe öffnen wir uns wieder ein Stück, und die eingefrorenen Gefühle können wieder an die Oberfläche steigen. Passiert das in einem sicheren, bewussten Rahmen und liebevollem Kontakt, geschieht Heilung. Ein wichtiger Aspekt von Heilung liegt darin, wieder (alle Gefühle) fühlen zu können, ganz/heil zu sein.

Klare Nein’s ermöglichen Ja’s aus ganzem Herzen

Als Kind warst du anderen (die nicht greifbar waren, gewalttätig oder erbarmungslos in ihren emotionalen Ansprüchen an dich) hilflos ausgeliefert? Tantra kann Heilung durch das Erleben des Gegenteils dessen ermöglichen, was wir erfahren haben (z.B. durch eine achtsame Massage), bewusstes BDSM durch eine homöopathische Dosis desselben.

Lustvolles Spiel
Sinnlich, sexy und erotisch

Das Seminar schafft einen sicheren, vertrauten Raum, wo deine Gefühle Platz haben und als Geschenk an dich selbst gefeiert werden können. „Gewalt“ kommt nicht zuletzt vom althochdeutschen „waltan“ und meint die Stärke, eine Sache in ihrem Inneren zu verändern. Genau das wollen wir tun: Unserem Schmerz ins Gesicht zu schauen kann sinnlich, sexy und erotisch sein. Im Seminar spielen wir mit Freude und Traurigkeit, Angst, Scham, Wut und ganz feinen, leisen Gefühlsnuancen. Was auch immer da ist, ist gut! Sexualität ist kein Synonym für Harmonie, sondern authentischer Selbstausdruck im intimen Kontakt.

Berührender Kontakt auf Augenhöhe

(Bewusste und unbewusste) Gewalterfahrungen in der Kindheit (wir alle haben sie) können Wegbereiter in lebenslanges Opferverhalten sein. Ein anderer Weg, verletzte Gefühle nicht zu spüren, ist die Identifikation mit dem/der Täter_in: Sie unterdrückt Schwächere. Der Teufelskreis endet dort, wo „Opfer“ aktiv werden und im Jetzt Verantwortung für ihr Leid übernehmen, und wo Mächtige auch berührbar und verletzlich sind. BDSM hat dieses Potenzial, wenn wir es zu nutzen wissen.

Freude am Spüren

„Spüren ist ein Entspannen und Erlauben, ein Prozess ähnlich dem, eine Hand zu öffnen, die lange zur Faust geballt war. Du öffnest und lässt los, langsam, behutsam.“ (Chameli Ardagh)

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Berührung als reifungsfördernde Intervention (Masterlehrgang „Sexualberatung“, Sigmund Freud PrivatUniversität Wien)

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  • 16.10.2020 - 17.10.2020
    14:00 - 17:30

Tiefe Einsichten über den Körper gewinnen

Das Wort „Behandlung“ verweist auf die zentrale Bedeutung der Hand und damit auf Formen der Berührung. Berührungsinterventionen zählen zu den ältesten Methoden der Persönlichkeitsentwicklung und sind seit Jahrtausenden bekannt. Diese Lehrveranstaltung vermittelt Berührung als fundierte Methode, die tiefe Einsichten über den Körper ermöglicht. Gelehrt wird die nötige Theorie und Praxis, um Berührungsinterventionen professionell reflektieren zu können, gezielt zu setzen und dem Arbeitskontext entsprechende Antworten auf die Frage „Warum berühre ich? Warum berühre ich nicht?“ herauszufinden.

Korrigierende Berührung einsetzen

Das nationale Berührungsforschungsinstitut in den USA erforscht seit vielen Jahren die positive Auswirkung von Berührung: Menschen mit schweren Erkrankungen zeigen bei (auch) berührender Behandlung signifikante Veränderungen des Blutbildes. Bei Komapatient_inn_en verbessern sich die Herzwerte, wenn ihre Hand gehalten wird. Motorische Unruhezustände bei Säuglingen (einschließlich geburtstraumatischer Ereignisse) lassen sich durch Berührung positiv verändern. Berührung hat großen Einfluss auf unsere Entwicklung.

Berührungsinterventionen differenziert reflektieren

Die Lehrveranstaltung gewährt Einblick in die therapeutische Arbeit mit Berührung. Mögliche Stolpersteine und Geschenke der Methode werden vorgestellt, anhand theoretischer Texte diskutiert und persönlich erfahren. Ziel ist, Berührungsinterventionen differenziert reflektieren zu können.

Nähe von Distanzlosigkeit unterscheiden

Die Psychoanalytikerin Eva Jaeggi unterstellt Berührung den naiv-unprofessionellen Wunsch des Wiedergutmachens. „Wiedergutmachen und korrigierende Erfahrung sind zweierlei,“ meint der Psychotherapeut Thomas Busch. Ein Mangel an positiv besetzter Berührung kann niemals wieder gut gemacht werden. „Mittels Berührung können Klienten aber begleitet werden, innere Repräsentanzen bedeutsamer Personen erneut aufzusuchen, dem Mangel erneut zu begegnen,“ beschreibt Busch seine Arbeit. „Klienten können sich damit einem verinnerlichten Berührungsmodus des Mangels (des Zuviels, der Bestrafung, der Entwertung, der Unstimmigkeit, der körperlichen oder psychischen Gewalt) nähern lernen: Für einen Augenblick wird sowohl die alte (in modifizierter, nicht retraumatisierender Form!) als auch eine gegenläufige neue Erfahrung verfügbar.“ Berührung stellt Klient_inn_en auch berührenden Schutz zur Verfügung, damit gelernt werden kann, verletzte Grenzen heute ziehen zu können.

Körperbezogene Reflexionsräume halten

Berührungsarbeit ist kein Alltagshandeln wie ein Händedruck oder eine freundliche Umarmung. Sie wird durch Selbsterfahrung und eigene körperbezogene Therapie angeeignet. Professionell (in Aus- und Fortbildung immer wieder geübt) ist dabei vor allem unsere Haltung: Gleichzeitig offen und ganz bei uns, nehmen wir unsere Gefühle und Grenzen klar wahr. Auch und gerade deshalb ist es möglich, die Grenzen anderer zu achten. So können wir körperliche Nähe von Distanzlosigkeit unterscheiden und in der Beratung auch die mehr körperbezogenen Reflexionsräume halten. Regelmäßige Supervision ist Teil des Erlernens dieser Methode, um die Grundhaltung wohlwollender Neutralität weiter zu vertiefen.

Infos zum Masterlehrgang:
Masterlehrgang „Sexualberatung“, Sigmund Freud PrivatUniversität Wien / Curriculum / Folder

Anmeldung:
Univ.Ass. MMag. Dr. Ernst Vitek, M.Sc (Lehrgangsleitung)
ernst.vitek@sfu.ac.at