„Geh nicht dahin, wo der Weg dich hinführt. Geh dahin, wo es keinen Weg gibt, und hinterlasse ein Spur.“
Ralph Waldo Emerson
Atma Pöschl
Trainerin für Körpersensibilisierung
Warum ich diese Arbeit mache
Als Trainerin für Körpersensibilisierung vermittele und trainiere ich grundlegende Kompetenzen für erfüllende Nähe und Distanz – traumasensitiv, bindungs- und körperorientiert. Mein Job konfrontiert mich mit den Folgen emotionaler, körperlicher und sexueller Gewalt, mit den Auswirkungen einer Gesellschaft, die vergessen hat, was Intimität wirklich bedeutet. Hier erzähle ich, was mich heute noch genauso wie vor 20 Jahren motiviert, diese Arbeit zu machen: meine Vision, meinen Weg und das, was ich dabei gelernt habe. Meine Arbeit mit Körper, Nähe, Distanz und Sexualität ist für mich immer auch politische Arbeit.
Warum ich diese Arbeit mache
Frieden finden in uns selbst
Nur wer klar Nein sagt, kann aus ganzem Herzen Ja sagen
Aggression und Sexualität sind unsere stärkste Lebenskraft. Nur wer klar Nein sagt, kann auch aus ganzem Herzen Ja sagen. Im Besitz unserer Kraft wissen wir um unseren Wert und tun anderen keine Gewalt an: Wir müssen andere weder erniedrigen (weil wir uns mickrig fühlen), noch zu ihnen aufblicken (weil wir uns mickrig fühlen). Echte Kraft erfordert Verletzlichkeit, nicht Härte.
„Find your true weakness and surrender to it.“ In Moshé Feldenkrais‘ Worten liegt Weisheit: „Therein lies the path to genius. Most people spend their lives using their strengths to overcome or cover up their weaknesses. Those few who use their strengths to incorporate their weaknesses, those people who don’t divide themselves, those people are very rare. In any generation there are a few, they lead their generation.“ Diese Haltung begleitet meine Arbeit bis heute.
Frieden beginnt im Körper, nicht im Kopf
Eine Hauptfolge von Gewalt und traumatischen Erfahrungen kann der Verlust von Verbundenheit sein: mit uns selbst, mit anderen Menschen, mit dem Leben und der Welt. Ich bin überzeugt, dass wir unseren Körper brauchen, wenn wir wieder mehr mit uns selbst und mit anderen in Kontakt kommen wollen. Voraussetzung dafür, uns mit anderen verbunden zu fühlen, ist Verbindung zu uns selbst.
Machen wir uns auf den Weg zu uns selbst und in unsere Kraft, kann uns dabei auch begegnen, was uns bisher daran hindert. Unsere Gefühle zu spüren, statt sie zu verdrängen oder zu kompensieren, kann neue Möglichkeiten eröffnen. Genau hier setzt meine Arbeit als Trainerin für Körpersensibilisierung an – nicht therapeutisch, sondern lehrend und trainierend. Ich lehre und trainiere Körperwahrnehmung, Grenzen und bewussten Kontakt. Ich löse keine Traumata und behandle keine psychischen Erkrankungen. Ich schaffe einen Rahmen, in dem Menschen spüren, ausprobieren und neue körperbezogene Kompetenzen entwickeln können.
Die Welt verändern
Wie ungelöste Gewalt- und Traumaerfahrungen in Menschen und Beziehungen weiterwirken, wird in unserer Welt schmerzhaft sichtbar. Ich halte die Auseinandersetzung damit für eine gesellschaftliche Aufgabe. Bewusste Arbeit am Verstehen und Lösen unserer Verletzungen hat den Status einer Priorität in unserem Leben verdient: Sie hat die Macht, die Welt zu verändern. Dazu brauchen wir unseren Körper als wichtigen Verbündeten.
Wenn ich von trauma-informierter Sexualität spreche, meine ich deshalb nicht eine Methode zur Behandlung von Trauma. Ich meine einen bewussten Umgang mit der Tatsache, dass unsere Erfahrungen mit Nähe, Berührung und Sexualität geprägt sind: auch von Erfahrungen, die wir nicht einfach mit dem Kopf verändern können. Der Fokus meiner Arbeit liegt auf: Grenzen, Körper-Gewahrsein und Selbstbestimmung. Nähe darf langsam entstehen. Nähe muss nicht automatisch sexuelle Handlung bedeuten. Vermeidung darf wahrgenommen und respektiert werden, ohne dass sie zum neuen Dogma wird. Bewusste Arbeit mit Sexualität ist für mich deshalb auch ein politisches Statement.
Mein Weg
Freude am Denken und Spüren
Mein Weg als Trainerin für Körpersensibilisierung hat mich von der Universität Wien, der Columbia University New York und UCLA über Kunst und BDSM als Weg in’s Spüren, Tantramassagen als Entwicklungspotenzial und IBP als Augenöffnerin für den Sinn dahinter zu meiner eigenen Methode ATMA Touch® geführt. Mein Weg war nicht geradlinig. Vieles, was heute selbstverständlich zu meiner Arbeit gehört, ist aus Erfahrungen entstanden, die mich gezwungen haben, genauer hinzusehen.
Als ich 2007 mit Tantramassagen begann, wurde mir rasch klar, dass Menschen, die professionelle Intimberührung – unter dem Deckmantel der Spiritualität – konsumieren, meist bloß fehlende Intimität mit sich selbst kompensieren. Das macht abhängig von bezahlter Berührung. Wird für Klient_innen teuer. Und hält überkommene Systeme von Ohn-/Macht aufrecht, in dem Männer Frauen benutzen, um ihre Machtpositionen zu stärken, während Frauen gesellschaftlicher Wertschätzung verlustig gehen. Ich wollte etwas anderes.
Mein Angebot ist Selbstermächtigung, nicht Abhängigkeit von bezahlter Berührung: Menschen sollen lernen, selbst zu spüren, zu unterscheiden und zu gestalten – und diese Fähigkeiten nicht an bezahlte Profis abgeben müssen.
Bewusste Arbeit mit Sexualität
In allen Tantramassageausbildungen, die ich 2007 bis 2010 absolvierte, war Trauma ein Fremdwort. Als Teilnehmerin ging es mir in keiner gut. Sich ratzfatz auszuziehen, mit wildfremden Menschen intim zu massieren: Sicher nicht nur ich musste dort einen Anteil von mir abspalten, weil er nicht eingeladen wurde.
Bereits 2008 drängte mich meine Mentorin Inge daher, mein eigenes traumasensitives Angebot zu entwickeln. Vorbilder – wie sehr hätte ich mir gewünscht, mich irgendwo anlehnen und orientieren zu können – gab es keine. ATMA Touch® ist weder kopiert noch angelesen, sondern erfahren, reflektiert, supervidiert und über 20 Jahre aus der tiefen Reflexion eigener professioneller Arbeit mit Sexualität entwickelt. Seit 2018 gebe ich mein tiefes Wissen in der Jahresfortbildung weiter – dem Herzstück meiner Arbeit.
Traumasensitiv zu arbeiten bedeutet für mich dabei vor allem: aufmerksam zu sein für das, was Menschen mitbringen, Grenzen ernst zu nehmen, nichts zu erzwingen und einen Rahmen zu schaffen, in dem Selbstwahrnehmung und Selbstbestimmung möglich sind.
BDSM als Entwicklungspotenzial
2011 hat mich meine Supervisorin darin bestärkt, BDSM als traumasensitives Tool in mein Angebot zu integrieren. Ich schwitzte, als ich meinen ersten Newsletter versendete, der mein erstes BDSM-Seminar bewarb. Ich hatte Angst, den guten Ruf zu verlieren, den ich mir bereits erarbeitet hatte. Tatsächlich folgten ein Shitstorm (in dem ich zur Projektionsfläche unaufgearbeiteter Gewalterfahrung anderer wurde) und viele ausgebuchte Seminare. Was ich daraus gelernt habe: Unsere „Eigenart“ professionell zu verkörpern ist nicht nur ein Geschenk an uns selbst, sondern auch ein Geschenk an’s Kollektiv. Gepaart mit der dazu nötigen Eloquenz, Intelligenz und Selbstreflexion bringt das Erfolg. Vor allem aber kann unsere professionelle Eigenart Menschen auf ihrem eigenen Weg indirekt bestärken: Bei Menschen, deren Eigenes früh nicht positiv, sondern als falsch, nutzlos oder pathologisch gespiegelt wurde, kann es besonders wertvoll sein, einem Gegenüber zu begegnen, das seine eigene Eigenart selbstverständlich verkörpert.
Spüren als Kernkompetenz
Es gibt viele Dinge, die ich gut kann und im Rahmen meiner Arbeit anbieten könnte bzw. angeboten habe. Mein Können ist sehr breit gefächert. Heute ist die relevante Frage für mich längst nicht mehr: Was brauchen die anderen? Sondern: Was möchte ich anbieten? Was tut mir gut? Was brauche ich, um diesen Job langfristig gut machen zu können? Meine Kernkompetenz ist das Spüren. Meine Stärke ist, Gefühle wahrzunehmen, zu spiegeln und ihnen Raum zu geben, wenn sie im Kontakt und bei Berührung auftauchen: Un-/Lust, Freude und Traurigkeit, Angst, Scham, Wut und alle Nuancen davon. Ich lehre nicht, was jemand fühlen soll. Ich möchte Menschen dabei unterstützen, selbst wahrzunehmen, was da ist.
Positive Wutkraft im Zentrum meiner Arbeit
Häufig arbeite ich mit Menschen, die frühes Bindungstrauma, Erfahrungen emotionaler, körperlicher und/oder sexueller Gewalt mitbringen. Ebenso mit Profis der Medizin, Therapie und Körperarbeit, mit Einzelnen und Paaren, die sich ein besonders erfahrenes, klares und empathisches Gegenüber am Weg ins Spüren wünschen. Dabei geht es im Training nicht darum, diese Erfahrungen zu behandeln oder aufzuarbeiten. Es geht darum, Fähigkeiten zu entwickeln, die für einen selbstbestimmten Umgang mit Körper, Grenzen, Nähe, Distanz und Sexualität hilfreich sind.
Im Zentrum meiner bewussten Arbeit mit Sexualität steht positive Wutkraft als Voraussetzung langfristig erfüllender Intimität: Nur klare Neins ermöglichen Jas aus ganzem Herzen. Wut ist dabei für mich nicht das Gegenteil von Nähe. Sie kann uns zeigen, wo etwas nicht stimmt, wo eine Grenze erreicht ist, wo wir etwas nicht wollen – und damit eine wichtige Voraussetzung für Selbstbestimmung sein. Gelehrt werden Grenzen, die Kontakt (nicht verhindern und zerstören, sondern) schaffen und vertiefen.
Tantramassagen als ein Tool von vielen
Klar, empathisch, auf Augenhöhe
Maximal ein Viertel der Menschen, die ein Training bei mir buchen, wollen mit Massagen neue Spürerfahrungen machen. Trainigsteilnehmende sind meist bekleidet – gearbeitet wird oft ganz ohne Berührung. Als Trainerin für Körpersensibilisierung sehe ich es als meine Aufgabe, das den Menschen klar zu machen: Traumasensible Tantramassagen können ein wertvolles Werkzeug am Weg ins Spüren sein. Sie können jedoch nicht lehren, Intimität zu erschaffen. Ich bin in Kontakt mit meinen Gefühlen, du bist in Kontakt mit deinen Gefühlen: Wir zeigen uns damit einander – hier beginnt Intimität. Nicht mit Nacktheit. Und schon gar nicht mit Intimberührung. Meine Integrität schenkt meinem Training Credibility: Ich lasse mich nicht kaufen. Das schafft Vertrauen in mein Angebot.
Supervidiert, selbstreflektiert, integer
Ich kann meine Arbeit nur tun und mit ihr wachsen, weil ich mich reflektiert habe und immer wieder bereit bin, es zu tun. Mein entspannter professioneller Umgang mit Sexualität ist das Produkt vieler Jahre Aus- und Fortbildung, tief reflektierter Arbeit mit Sexualität, Supervision und Therapie. Nur wenn ich in Kontakt mit meinen eigenen Grenzen und Gefühlen bin, kann ich auch die Grenzen und Gefühle anderer Menschen wahrnehmen, wertschätzen und im Training sicher mit ihnen arbeiten.
Zu meiner professionellen Kompetenz zählen große Klarheit und die Fähigkeit, Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Für mich gehört dazu auch, die eigenen Grenzen des beruflichen Feldes zu kennen: Ich bin Trainerin für Körpersensibilisierung. Ich lehre und trainiere. Ich behandle nicht.
Mutig neue Wege gehen
Beim professionellen Arbeiten mit Menschen lohnt es sich – nicht weniger als in Paarbeziehungen –, Wissen über trauma-informierte Sexualität zu haben und praktisch anwenden zu können. Es ist ein Tool von vielen, das dabei helfen kann, Körperwahrnehmung, Grenzen und bewussten Kontakt zu verstehen und zu trainieren. Mein Weg hierher war steinig, steil und teilweise lebensgefährlich – weil dieser Weg bis heute kaum markiert ist. Ich bin ihn gegangen, kenne ruhige Rastplätze, Abkürzungen und schöne Aussichtspunkte.
Heute gebe ich mein tiefes Wissen und Können weiter. Mit ATMA Touch® lehre und trainiere ich Menschen darin, selbst zu spüren, zu unterscheiden, zu entscheiden und neue Möglichkeiten zu entwickeln.
Fühlen lernen. Grenzen verkörpern. Intimität genießen.
Meine fachliche Haltung
Als Trainerin für Körpersensibilisierung lehre und trainiere ich mit ATMA Touch® körperbezogene Kompetenzen für erfüllende Nähe und Distanz – traumasensitiv, bindungs- und körperorientiert. Im Mittelpunkt steht das Lernen: Wahrnehmung differenzieren, Grenzen spüren und verkörpern, Nähe und Distanz bewusst gestalten und Intimität selbstbestimmt erschaffen.
Mein Angebot ist Training, keine Therapie. Ich bin weder Psychotherapeutin noch Lebens- und Sozialberaterin. Ich behandle keine Traumata und ersetze keine Psychotherapie.
Trauma und seine gesellschaftlichen Folgen sind für mich trotzdem zentral. Nicht weil ich sie in meiner Arbeit behandle, sondern weil ich überzeugt bin, dass wir als Gesellschaft unseren Umgang mit Gewalt, Grenzen, Sexualität und Verletzlichkeit verändern müssen.
Mehr über meine Aus- und Fortbildungen, eigenen Publikationen und Medienberichte findest du auf den entsprechenden Seiten.
Kontakt
Institut ATMA – Sensibilisierung von Körper und Seele
Mag. Atma Pöschl
Hütteldorferstrasse 329/2/4
A-1140 Wien
UID: ATU 65403556
Mail: kontakt (at) institut-atma.at
Web: www.institut-atma.at

