„In Beziehung werden wir geboren, in Beziehung werden wir verletzt,
und in Beziehung heilen wir.“
Harville Hendrix
ATMA Touch® – Fühlen lernen
Gruppentraining
Über das Gruppentraining
ATMA Touch® ist eine körperorientierte Lehr- und Trainingsmethode für erfüllende Intimität. Sie wird 1:1, als Paar und in der Gruppe gelehrt: Im traumasensiblen Training entwickelst du bewusstes Spüren als Grundlage für klare Grenzen und erfüllende Nähe. Hier erfährst du mehr über das Gruppentraining.
Gruppentraining / Ansatz, Ziel, Methode
Die Methode gemeinsam lernen und praktisch üben
ATMA Touch® ist eine von Atma Pöschl entwickelte Lehr- und Trainingsmethode. Sie vermittelt, wie du deinen Körper bewusster wahrnimmst, Grenzen klar spürst und kommunizierst, Wut als positive Kraft nutzt und Berührung, Nähe und Distanz, Intimität und Sexualität selbstbestimmt gestaltest.
Gruppen sind der zentrale Lernraum von ATMA Touch®
Dass ATMA Touch® wesentlich in der Gruppe gelehrt wird, ist eine methodische Entscheidung. Körperwahrnehmung, Grenzen, Nähe, Distanz und Berührung sind keine rein individuellen Fähigkeiten. Sie zeigen sich und entwickeln sich im Kontakt mit anderen Menschen. Was wir über uns selbst wissen, wird etwas anderes, wenn wir es tatsächlich in Beziehung erfahren, ausprobieren und gestalten.
Die Gruppe ist deshalb nicht nur ein organisatorischer Rahmen, in dem Training stattfindet. Sie ist ein zentraler Lernraum der Methode. Hier können neue Erfahrungen mit Kontakt entstehen: Du kannst dich selbst wahrnehmen, während andere Menschen da sind. Du kannst Nähe zulassen und Distanz herstellen, Nein sagen und Ja sagen, Berührung geben oder empfangen – und unmittelbar erfahren, was sich dadurch verändert. Gerade darin liegt eine besondere Qualität von ATMA Touch®: Was du über Intimität lernen möchtest, kannst du in der Gruppe unmittelbar als Beziehungserfahrung erforschen.
1:1- und Paartraining ergänzen diesen Lernraum und ermöglichen es, einzelne Aspekte der Methode intensiver oder gemeinsam mit einer vertrauten Person zu erlernen
Die Gruppe bleibt dabei ein wesentlicher Bestandteil der methodischen Ausrichtung von ATMA Touch®. Im Mittelpunkt steht das Erlernen und Üben konkreter körperbezogener Kompetenzen: wahrnehmen, spüren, kommunizieren, Grenzen setzen, Berührung gestalten und mit Intimität und Sexualität bewusst umgehen.
Was du lernen kannst
Im Gruppentraining kannst du unter anderem lernen,
- Körperempfindungen und Gefühle differenzierter wahrzunehmen
- deine Grenzen frühzeitig zu spüren und klar auszudrücken
- ein Nein ebenso selbstverständlich zu verkörpern wie ein Ja
- Nähe und Distanz bewusst zu gestalten
- Berührung bewusst zu wählen sowie achtsam zu geben und zu empfangen
- über Körperempfindungen und Berührung in Kontakt zu gehen
- Wünsche, Bedürfnisse und Grenzen klarer zu kommunizieren
- deine sexuelle Selbstwahrnehmung zu vertiefen
- Intimität bewusster und selbstbestimmter zu gestalten
- einen traumasensiblen Umgang mit Körper, Berührung und Intimität zu entwickeln
Dabei geht es nicht darum, möglichst viel über dich zu erzählen. Entscheidend ist, was du wahrnehmen, erfahren, ausprobieren und als eigene Kompetenz entwickeln kannst.
Lernen durch Erfahrung und Tun
Lernen verändert das Gehirn. Wenn wir neue Erfahrungen machen und neue Verhaltensweisen wiederholt praktizieren, können sich neuronale Verbindungen verändern, verstärken und neu organisieren. Diese Fähigkeit des Gehirns wird als Neuroplastizität bezeichnet. Lernen beruht dabei unter anderem auf Veränderungen an den Synapsen – den Verbindungsstellen zwischen Nervenzellen.
Für das Erlernen körperbezogener Kompetenzen bedeutet das: Etwas zu verstehen ist nicht dasselbe wie es zu können. Wissen und Gespräch können wichtige Voraussetzungen für Veränderung schaffen. Nachhaltiges Lernen entsteht jedoch insbesondere dadurch, dass neue Erfahrungen gemacht, körperlich erfahren und praktisch wiederholt werden. Gerade beim Erwerb neuer Fertigkeiten zeigt die Forschung, dass Übung zu funktionellen und strukturellen Veränderungen neuronaler Netzwerke führen kann.
Deshalb steht bei ATMA Touch® neben dem Verstehen vor allem das praktische Erproben und wiederholte Tun im Mittelpunkt: wahrnehmen, unterscheiden, Grenzen spüren, Nähe und Distanz gestalten, Berührung geben und empfangen. Neue Möglichkeiten sollen nicht nur verstanden, sondern als konkrete Erfahrung gemacht und als Kompetenz eingeübt werden.
Dein Lernen steht im Mittelpunkt
Du musst hier nichts leisten und beweisen. Im Training geht es nicht darum, etwas an dir zu reparieren: Es geht nicht um Analyse und Behandlung persönlicher Probleme und „Störungen“, sondern darum, neue Möglichkeiten zu erfahren, zu erproben und als Kompetenz zu entwickeln. Du lernst, deinen Körper genauer wahrzunehmen, Empfindungen zu differenzieren, Grenzen klar zu spüren und zu kommunizieren und deine Möglichkeiten im Kontakt praktisch zu erweitern. Es geht ums Lernen, Ausprobieren und Üben – damit aus bewusster Körperwahrnehmung konkrete Handlungsmöglichkeiten entstehen.
Die besondere Qualität der Gruppe
In der Gruppe lernst du nicht nur etwas über dich selbst. Du kannst erfahren, wie sich dein eigenes Spüren positiv verändert, wenn du in Kontakt bist: Vielleicht bemerkst du, dass du dich hier leichter abgrenzt. Vielleicht entdeckst du, dass Nähe möglich wird, ohne dich selbst aufzugeben. Vielleicht erfährst du, dass ein klares Nein eine Verbindung nicht zerstören muss, sondern lebendiger machen kann. Die Gruppe eröffnet einen Raum für solche Erfahrungen. Menschen mit unterschiedlichen Grenzen, Ausdrucksweisen und Bedürfnissen begegnen einander und lernen, Kontakt bewusst zu gestalten. Dabei geht es nicht darum, andere zu bewerten: Es geht darum, dich selbst in Beziehung wahrzunehmen.
Berührung als wertvolles Lernfeld
Berührung ist ein wesentlicher Bestandteil von ATMA Touch®. Im Training lernst und übst du unterschiedliche Formen bewusster Berührung – getragen von klarer Kommunikation, Wahlfreiheit und der Sicherheit, jederzeit Nein oder Stopp sagen zu können.
Gerade in der Gruppe wird dabei erfahrbar, wie unterschiedlich Berührung sein kann und wie wichtig es ist, nicht von eigenen Vorstellungen auf andere zu schließen. Du entscheidest selbst, ob und in welcher Form du dich auf eine Übung einlässt. Niemand muss berühren oder sich berühren lassen.
Je nach Training können Berührungen über der Kleidung oder – wenn dies im jeweiligen Curriculum vorgesehen ist – auch am unbekleideten Körper vermittelt und geübt werden. Im Mittelpunkt steht dabei das Erlernen und Anwenden der Methode: Du entwickelst deine Wahrnehmung, deine Kommunikationsfähigkeit und deine Kompetenz, Berührung selbstbestimmt zu gestalten.
Intimität lernen
Intimität beginnt nicht mit Nacktheit, intimer Berührung oder Sex. Sie beginnt dort, wo wir uns selbst spüren, mit einem anderen Menschen in Kontakt sind und dabei ganz bei uns bleiben können. Gerade die Gruppe bietet die Möglichkeit, diese Fähigkeit praktisch zu erforschen: Wie viel Nähe fühlt sich stimmig an? Wann brauche ich Distanz? Wie kann ich mich zeigen, ohne mich zu übergehen? Wie kann ich die Grenze eines anderen Menschen wahrnehmen, ohne sie persönlich zu nehmen?
ATMA Touch® unterstützt dich dabei, diese Fähigkeiten zu entwickeln: wahrnehmen, spüren, Grenzen setzen, kommunizieren und Nähe bewusst gestalten.
Sexualität als Lern- und Erfahrungsfeld
Sexualität kann ein Schwerpunkt des Trainings sein. Im Mittelpunkt steht dabei das Erlernen und Erforschen körperbezogener Kompetenzen: Körperwahrnehmung, Berührung, Grenzen, Wünsche, Kommunikation und der bewusste Umgang mit Sexualität. Das Training setzt dabei auf Lernen und praktische Erfahrung – nicht auf die Behandlung sexueller Schwierigkeiten.
Je nach Trainingsformat können auch spezifische Elemente der ATMA-Touch®-Methode wie Yonimassage oder Lingammassage als Lern- und Übungsinhalte vermittelt werden: Dabei geht es nicht darum, eine bestimmte Form von Sexualität zu erfüllen. Es geht darum, die eigenen Empfindungen wahrzunehmen, Wünsche und Grenzen zu erkennen und Sexualität bewusst und selbstbestimmt gestalten zu lernen.
Traumasensitives Lernen
ATMA Touch® vermittelt einen traumasensiblen Zugang zu Körperwahrnehmung, Berührung, Grenzen, Nähe, Distanz und Intimität. Das bedeutet für das Training insbesondere: Wahrnehmen statt Übergehen, Wahlfreiheit statt Druck, bewusste Kommunikation und klare Grenzen. Gerade in der Gruppe ist es wichtig, dass jede Person selbst entscheidet, was sie mitmachen, zeigen, teilen oder nicht teilen möchte. Niemand muss körperliche Übungen durchführen, die sich nicht stimmig anfühlen.
Das Training dient nicht der Behandlung von Trauma oder Traumafolgen und ersetzt keine Psychotherapie oder medizinische Behandlung. Traumasensibilität ist vielmehr ein grundlegender Bestandteil der Methode und ihrer Vermittlung.
Für wen ist Gruppentraining geeignet?
Das Gruppentraining richtet sich an Menschen, die
- ihren Körper bewusster wahrnehmen möchten
- lernen möchten, eigene Grenzen klarer zu spüren und auszudrücken
- neue Erfahrungen mit Nähe und Distanz machen möchten
- Berührung bewusster gestalten und erleben möchten
- ihre Kommunikationsfähigkeit im körperlichen Kontakt erweitern möchten
- Intimität selbstbestimmter gestalten möchten
- Sexualität bewusster wahrnehmen und gestalten möchten
- neue positive Beziehungserfahrungen machen möchten
- die Methode ATMA Touch® in ihrem zentralen Lernraum kennenlernen möchten
Du brauchst keine besonderen Vorkenntnisse. Wichtig ist deine Bereitschaft, dich auf Wahrnehmung, Erfahrung und praktisches Lernen einzulassen.
Was ATMA Touch® nicht ist
ATMA Touch® ist eine von Atma Pöschl entwickelte Methode, die in Trainings und Fortbildungen gelehrt und praktisch vermittelt wird. Als Trainerin für Körpersensibilisierung arbeite ich im Bereich Lehre und Training – nicht im Bereich Psychotherapie oder Lebens- und Sozialberatung. ATMA Touch® ist keine Psychotherapie, keine medizinische Behandlung und keine psychosoziale Beratung. Im Training geht es um das Erlernen und Üben konkreter körperbezogener Kompetenzen; es werden keine Diagnosen gestellt und keine psychischen oder körperlichen Erkrankungen behandelt.
Einzel- oder Gruppentraining?
Gruppentraining und 1:1-Training sind keine konkurrierenden Angebote, sondern unterschiedliche Lernräume innerhalb derselben Methode.
Das Einzeltraining bietet einen besonders persönlichen und vertrauten Rahmen. Es eignet sich gut, um bestimmte Themen intensiv zu bearbeiten, einzelne Kompetenzen gezielt zu üben oder die Methode zunächst ganz bei sich kennenzulernen.
Das Gruppentraining ermöglicht dagegen etwas, das im 1:1-Setting nicht in gleicher Weise entstehen kann: neue Erfahrungen mit anderen Menschen. Du kannst dich selbst in Beziehung wahrnehmen, Kontakt gestalten, Grenzen setzen und Nähe erfahren – und dabei erleben, dass Beziehung auch anders funktionieren kann, als du es bisher kennst.
Beides kann sich wunderbar ergänzen. Manche Menschen fühlen sich im Einzeltraining wohler, andere in der Gruppe. Und manchmal ist gerade der Wechsel zwischen beiden Lernräumen besonders wertvoll.
Dein nächster Schritt
Wenn du ATMA Touch® kennenlernen und praktisch erfahren möchtest, findest du unter Gruppen die aktuellen Gruppentrainings und Info-Abende. Du kannst einzelne Seminare besuchen oder – wenn du tiefer einsteigen möchtest – den gesamten Jahreszyklus durchlaufen. Jedes Seminar ist ein eigenständiger Lernraum und zugleich Teil einer größeren Bewegung: vom bewussten Spüren über klare Grenzen und Selbstbestimmung hin zu erfüllender Nähe, Intimität und Sexualität.
Kontakt
Institut ATMA – Sensibilisierung von Körper und Seele
Mag.a Atma M. Pöschl
Hütteldorfer Strasse 329/2/4
A-1140 Wien
UID: ATU 65403556
Mail: kontakt (at) institut-atma.at
Web: www.institut-atma.at

